
Ein Letter of Intent, auf Deutsch Absichtserklärung, fasst die wichtigsten Eckpunkte einer geplanten Übernahme zusammen: ungefährer Preis, geplanter Ablauf, Zeitrahmen und die Bedingungen für die weiteren Schritte. Unterschrieben wird er meist nach den ersten Gesprächen und vor der Due Diligence.
Was den Kauf selbst angeht, ist ein LOI in der Regel nicht bindend. Einzelne Punkte sind es sehr wohl: die Vertraulichkeit etwa, oder eine Exklusivität, die dem Käufer für eine bestimmte Zeit die alleinige Verhandlung zusichert.
Der LOI schafft Klarheit und Verbindlichkeit, ohne dass sich beide Seiten schon endgültig festlegen. Hier wird aus unverbindlichem Interesse eine ernsthafte Absicht, für beide sichtbar und nachvollziehbar.
Typische Inhalte sind der grobe Kaufpreis oder eine Preisspanne, die geplante Struktur der Übernahme, der Zeitplan, Exklusivität, Vertraulichkeit und der Vorbehalt einer erfolgreichen Prüfung. Ein Teil davon, etwa der Preis, ist oft schon das Ergebnis einer ersten Kaufpreisverhandlung.
Für kleine Nachfolgen muss ein LOI nicht kompliziert sein. Schon eine kurze, klare Absichtserklärung schafft eine gemeinsame Grundlage, bevor beide Seiten Zeit und Geld in die Prüfung stecken. Der spätere Kaufvertrag setzt genau darauf auf.
Für Unternehmensverkäufer
Für dich als Verkäufer schafft der LOI Verbindlichkeit ohne endgültige Festlegung. Du erkennst, ob es der Käufer ernst meint, bevor du ihm tiefe Einblicke in dein Unternehmen gewährst und deinen Datenraum öffnest.
Prüfe vor allem die Exklusivität. Bindest du dich an einen einzigen Interessenten, kannst du für diese Zeit nicht mit anderen verhandeln. Halte die Frist kurz genug, dass du handlungsfähig bleibst, falls es doch nicht passt.
Für Unternehmenskäufer
Für dich als Käufer ist der LOI die Grundlage, um mit gutem Gewissen in die aufwendige Prüfung zu gehen. Er sichert dir zu, dass der Verkäufer während dieser Zeit nicht parallel an andere verkauft.
Formuliere klar, welche Punkte unverbindlich sind und welche nicht. Ein sauber aufgesetzter LOI verhindert Missverständnisse und macht deutlich, unter welchen Bedingungen aus der Absicht ein Kaufvertrag wird.
Beispiel
Nach zwei guten Gesprächen unterzeichnen Käuferin und Verkäufer einen LOI: vorgesehener Kaufpreis rund 750.000 Euro, vorbehaltlich der Due Diligence. Vereinbart werden vier Wochen Exklusivität und strikte Vertraulichkeit. Erst danach öffnet der Verkäufer seine Bücher.
FAQ
Ist ein Letter of Intent bindend?
Was den Kauf selbst angeht, in der Regel nicht. Einzelne Punkte wie Vertraulichkeit oder Exklusivität sind aber meist verbindlich. Was gilt und was nicht, sollte im LOI klar formuliert sein.
Was gehört in einen Letter of Intent?
Der grobe Kaufpreis oder eine Preisspanne, der geplante Ablauf, der Zeitrahmen, Exklusivität, Vertraulichkeit und der Vorbehalt einer erfolgreichen Due Diligence.
Was ist der Unterschied zwischen LOI und Kaufvertrag?
Der LOI hält die Absicht und die Eckpunkte fest, meist unverbindlich. Der Kaufvertrag ist die endgültige, rechtlich bindende Vereinbarung und wird erst nach der Prüfung unterschrieben.
Warum sollte ich als Verkäufer auf die Exklusivität achten?
Weil du dich für die vereinbarte Zeit an einen einzigen Interessenten bindest und nicht mit anderen verhandeln kannst. Halte die Frist kurz genug, um handlungsfähig zu bleiben, falls es doch nicht passt.
Brauche ich für eine kleine Nachfolge überhaupt einen LOI?
Zwingend ist er nicht, aber sehr hilfreich. Schon eine kurze Absichtserklärung schafft Klarheit über Preisrahmen, Ablauf und Vertraulichkeit, bevor beide Seiten in die aufwendige Prüfung gehen.
Wer setzt den Letter of Intent auf?
Meist bringt die Käuferseite einen Entwurf ein, oft mit Unterstützung eines Beraters oder Anwalts. Beide Seiten stimmen die Eckpunkte ab. Wichtig ist, dass am Ende beide genau verstehen, was verbindlich ist und was nicht.
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