
Der Businessplan ist das schriftliche Herzstück deiner Übernahme. Er beschreibt, wie du den Betrieb, den du kaufst, in den nächsten Jahren weiterführst und entwickelst. Bei einer Übernahme heisst er oft „Übernahmekonzept“, weil du nicht bei null anfängst, sondern ein bestehendes Geschäft weiterträgst.
Ein guter Plan beginnt mit der Ausgangslage: Was macht der Betrieb heute, wer sind die Kunden, wie sieht der Markt aus? Danach kommen die Zahlen. Geplante Umsätze, Kosten, nötige Investitionen und die Übernahmefinanzierung gehören dazu. Am Ende steht eine ehrliche Vorschau darauf, ob der Betrieb rentabel bleibt und die Liquidität reicht, um Kaufpreis-Raten und deinen eigenen Lohn zu tragen.
Beim Kaufen statt Gründen planst du nicht mit reinen Annahmen. Du planst mit echten Zahlen aus der Vergangenheit. Die letzten Jahresabschlüsse zeigen, was der Betrieb tatsächlich einbringt, und das macht deinen Plan glaubwürdiger als jeden Start-up-Traum auf dem Papier.
Für Bank und Förderstellen ist der Businessplan die zentrale Grundlage, damit sie dir Geld geben. Sie wollen im Plan sehen, dass der laufende Cashflow die Raten UND deinen Lohn trägt. Ein sauberer Plan öffnet oft auch die Tür zum Förderkredit.
Berater-Deutsch brauchst du dafür nicht. Bodenständig, ehrlich und mit nachvollziehbaren Zahlen: So sieht ein Businessplan aus, der für einen kleinen Handwerks- oder Ladenbetrieb passt und den auch deine Bankberaterin versteht.
Für Unternehmensverkäufer
Wenn du deinen Betrieb übergibst, hilft es enorm, wenn dein Käufer einen soliden Businessplan hat. Er zeigt, dass die Unternehmensnachfolge auf festen Beinen steht und dein Lebenswerk in guten Händen bleibt.
Je besser du deine Zahlen und Unterlagen aufbereitest, desto leichter kann dein Nachfolger daraus einen tragfähigen Plan bauen. Und desto reibungsloser läuft die Finanzierung auf seiner Seite.
Für Unternehmenskäufer
Nimm dir Zeit für einen ehrlichen Businessplan. Er zwingt dich, jede Zahl durchzudenken, und schützt dich davor, einen Betrieb zu übernehmen, dessen Rentabilität am Ende nicht reicht.
Nutze die echten Zahlen aus den Jahresabschlüssen als Fundament und plane vorsichtig darauf auf. So überzeugst du die Bank, dass der Cashflow deine Raten und deinen Lohn trägt.
Beispiel
Lena will eine kleine Velowerkstatt für 180.000 Euro übernehmen. In ihrem Businessplan zeigt sie: 210.000 Euro Jahresumsatz aus den letzten drei Jahren, 30.000 Euro Gewinn nach ihrem eigenen Lohn. Damit weist sie der Bank nach, dass die jährliche Kredit-Rate von 24.000 Euro locker aus dem Cashflow gedeckt ist.
FAQ
Was gehört in einen Businessplan für eine Betriebsübernahme?
Ausgangslage des Betriebs, Markt und Kunden, geplante Umsätze und Kosten, nötige Investitionen, die Übernahmefinanzierung und eine realistische Vorschau auf Rentabilität und Liquidität. Wichtig ist, dass alles zusammenpasst und nachvollziehbar ist.
Warum will die Bank unbedingt einen Businessplan sehen?
Die Bank gibt dir nur Geld, wenn sie glaubt, dass du die Raten zurückzahlen kannst. Im Plan will sie sehen, dass der laufende Cashflow die Kaufpreis-Raten UND deinen Lohn trägt. Ohne diesen Nachweis gibt es meist keine Zusage, und oft auch keinen Förderkredit.
Ist „Kaufen statt Gründen“ für den Businessplan wirklich einfacher?
Ja, spürbar. Bei einer Übernahme planst du mit echten Zahlen aus der Vergangenheit statt mit reinen Annahmen. Die bisherigen Abschlüsse zeigen, was der Betrieb wirklich einbringt. Das macht deinen Plan glaubwürdiger und die Finanzierung leichter als bei einer Neugründung.
Wie lang muss ein Businessplan sein?
Für einen kleinen Betrieb reichen oft 10 bis 20 Seiten. Wichtiger als die Länge ist, dass die Zahlen stimmen und die Vorschau ehrlich ist. Ein knapper, klarer Plan überzeugt mehr als ein aufgeblähtes Dokument voller Floskeln.
Muss ich den Businessplan selbst schreiben?
Du kannst ihn selbst schreiben, denn niemand kennt deine Pläne besser. Bei den Zahlen und der Vorschau hilft oft eine Steuerberaterin oder ein Gründungscoach. Verstehen und tragen musst du den Plan aber selbst, denn du sitzt damit vor der Bank.
Ab wann sollte ich mit dem Businessplan beginnen?
Sobald du einen konkreten Betrieb ins Auge fasst und erste Zahlen kennst. Der Plan wächst mit der Due Diligence: Je mehr du über den Betrieb erfährst, desto realistischer wird deine Vorschau. Vor dem Bankgespräch sollte er fertig sein.
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