
Wenn du einen Betrieb verkaufen oder kaufen möchtest, ist das Exposé das zentrale Dokument. Es beantwortet die erste Frage jedes Interessenten: „Was für ein Unternehmen ist das und passt es zu mir?“ Es ist die Visitenkarte des Betriebs auf dem Weg zum Verkauf.
In der Praxis gibt es fast immer zwei Stufen. Zuerst kommt ein kurzes, anonymes Exposé, oft „Teaser“ oder Kurzprofil genannt. Es nennt Branche, Region, ungefähre Grössenordnung (Umsatz, Ertrag, Mitarbeiterzahl), den Verkaufsgrund und die Chancen des Betriebs. Nicht aber den Firmennamen. So erfahren weder Kunden noch Wettbewerber oder die eigenen Mitarbeitenden vorzeitig, dass ein Verkauf ansteht.
Erst wenn ein Interessent ernsthaftes Interesse zeigt und eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) unterschrieben hat, bekommt er das ausführliche Exposé, oft auch Information Memorandum genannt. Darin stehen der Firmenname und die Detailzahlen, die für eine echte Kaufentscheidung nötig sind. Häufig folgt danach ein Datenraum mit den vollständigen Unterlagen.
Ein gutes ausführliches Exposé enthält typischerweise eine Kurzbeschreibung, Angaben zu Branche und Markt, die wichtigsten Kennzahlen (Umsatz, EBITDA bzw. Ertrag), Informationen zu Mitarbeitenden und Standort, die Kundenstruktur, die Alleinstellungsmerkmale, den Verkaufsgrund sowie eine erste Vorstellung zu Kaufpreis und Ablauf. Bei einer geplanten Unternehmensnachfolge gehört auch dazu, wie stark der Betrieb am Inhaber hängt.
Der Zweck ist einfach: Interesse wecken und zugleich die Spreu vom Weizen trennen. Das Exposé soll den Betrieb attraktiv und ehrlich darstellen. Schönfärberei fällt spätestens in der Due Diligence auf. Bei BIZZqui übernimmt dein anonymes Profil in der App genau diese Funktion des ersten Kurz-Exposés.
Für Unternehmensverkäufer
Als Verkäufer möchtest du zwei Dinge gleichzeitig: deinen Betrieb ins beste Licht rücken und trotzdem unerkannt bleiben, solange noch kein ernsthafter Kontakt besteht. Genau dafür ist das anonyme Kurz-Exposé da. Nenne die Stärken deines Betriebs, die Grössenordnung und deinen Verkaufsgrund, aber verzichte auf alles, was dich verraten würde. So schützt du dein Team, deine Kunden und deinen Ruf.
Bleib dabei ehrlich. Ein Exposé, das mehr verspricht, als der Betrieb halten kann, führt fast immer zu Enttäuschung und geplatzten Gesprächen. Beschreibe die Substanz so, wie sie ist: die eingespielten Abläufe, die treuen Kunden, das eingearbeitete Team. Diese ruhige Ehrlichkeit wirkt bei den richtigen Käufern stärker als jede Übertreibung.
Für Unternehmenskäufer
Als Käufer ist das Exposé dein erster echter Einblick. Aus dem anonymen Kurzprofil liest du schon viel heraus: Passt die Branche zu dir, stimmt die Grössenordnung, wirkt der Verkaufsgrund nachvollziehbar? Ein Inhaber, der in Pension geht, ist ein anderes Signal als ein Betrieb, den man schnell loswerden will. Achte auf Klarheit. Vage Angaben sind oft ein Zeichen, dass genauer nachgefragt werden sollte.
Sobald du das Detail-Exposé nach der NDA erhältst, schau auf die Substanz hinter den Zahlen: Wie verteilt sich der Umsatz auf die Kunden, wie stark ist die Inhaberabhängigkeit, wie stabil ist das Team? Ein gutes Exposé beantwortet diese Fragen offen. Fehlen wichtige Punkte, ist das kein Grund zum Rückzug, aber ein guter Anlass, sie im Gespräch anzusprechen.
Beispiel
Ein anonymes Exposé beschreibt „einen Malerbetrieb in der Ostschweiz, 6 Mitarbeitende, rund 480.000 EUR Umsatz, gesunder Ertrag, der Inhaber geht in Pension“, ganz ohne Firmennamen. Interessierte Käufer melden sich, unterschreiben die Vertraulichkeitsvereinbarung und erhalten danach das ausführliche Exposé mit Namen, Standort und den genauen Zahlen. So bleibt der Verkauf bis zum ernsthaften Kontakt geschützt, und trotzdem entsteht schnell ein ehrliches Bild vom Betrieb.
FAQ
Warum ist das erste Exposé anonym?
Damit niemand vorzeitig vom Verkauf erfährt. Würden Kunden, Wettbewerber oder deine Mitarbeitenden davon Wind bekommen, könnte das den Betrieb verunsichern. Das anonyme Kurz-Exposé nennt deshalb nur Branche, Region und Grössenordnung, nicht den Namen. Verbindlich wird der Schutz erst mit der Vertraulichkeitsvereinbarung.
Wann bekomme ich das ausführliche Exposé mit allen Details?
Erst wenn du ernsthaftes Interesse zeigst und eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) unterschrieben hast. Dann erhältst du das vollständige Exposé, oft Information Memorandum genannt, mit Firmenname, Standort und den genauen Zahlen. Danach öffnet der Verkäufer meist den Datenraum mit den Belegen.
Was steht typischerweise in einem Exposé?
Eine Kurzbeschreibung, Angaben zu Branche und Markt, die wichtigsten Kennzahlen wie Umsatz und Ertrag, Informationen zu Mitarbeitenden und Standort, die Kundenstruktur, die Stärken des Betriebs, der Verkaufsgrund sowie eine erste Vorstellung zu Kaufpreis und Ablauf.
Ist ein Teaser dasselbe wie ein Exposé?
Der Teaser ist die kurze, anonyme Vorstufe des Exposés. Manche nennen ihn Kurzprofil. Er weckt das erste Interesse, während das eigentliche, ausführliche Exposé erst nach der NDA folgt.
Wie zeigt mir ein gutes Exposé, dass sich Kaufen statt Gründen lohnt?
Ein ehrliches Exposé macht die Substanz sichtbar, die eine Neugründung erst mühsam aufbauen müsste: laufende Umsätze, treue Kunden, ein eingearbeitetes Team und funktionierende Abläufe. Wenn diese Werte klar beschrieben sind, siehst du schwarz auf weiss, dass du hier nicht bei null startest, sondern etwas Bestehendes übernimmst. Wie so eine Betriebsübergabe abläuft, zeigt dir der Verkäufer im weiteren Gespräch.
Kann ich einem Exposé einfach so vertrauen?
Das Exposé ist eine erste, ehrliche Darstellung, aber kein Ersatz für die spätere Prüfung. Es weckt Interesse und gibt Orientierung. Die genauen Zahlen und Unterlagen schaust du dir danach in der Due Diligence an, bevor du dich entscheidest.
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