
Ein Asset Deal ist eine der beiden grundlegenden Arten, einen Betrieb zu kaufen. Statt die Firma als Ganzes zu übernehmen, kaufst du einzelne Wirtschaftsgüter heraus: die Maschinen, die Einrichtung, das Warenlager, den Kundenstamm, die Marke, laufende Verträge. Du nimmst dir gezielt das, was du wirklich brauchst.
Der Unterschied zum Share Deal ist gross. Dort kaufst du die Anteile an der Gesellschaft und übernimmst die Firma mitsamt allem, was drinsteckt, auch Altlasten und alte Schulden. Beim Asset Deal bleibt die Firmenhülle beim Verkäufer. Du übernimmst nur die Werte, auf die ihr euch geeinigt habt.
Jeder Vermögensgegenstand und jeder Vertrag wird einzeln auf dich übertragen. Das nennt man Einzelrechtsnachfolge. Weil das Stück für Stück läuft, brauchen laufende Verträge oft die Zustimmung der Gegenseite. Der Vermieter muss dem Übergang des Mietvertrags zustimmen, Lieferanten ihren Verträgen, und so weiter.
Ein wichtiger Punkt sind die Mitarbeitenden. Übernimmst du den Betrieb als Ganzes, gehen die Arbeitsverträge grundsätzlich automatisch mit über. Das ist der Betriebsübergang nach §613a BGB. Du kannst die Leute also nicht einfach beim Kauf aussortieren.
Für kleine Betriebe und Einzelunternehmen ist der Asset Deal oft der einzig mögliche Weg. Ein Einzelunternehmen hat gar keine Anteile, die man verkaufen könnte: Es gibt schlicht nichts für einen Share Deal. Deshalb triffst du gerade bei Bäckereien, Cafés, Handwerksbetrieben oder kleinen Läden fast immer auf den Asset Deal.
Für Unternehmensverkäufer
Als Verkäufer behältst du beim Asset Deal deine Firmenhülle. Verkauft werden nur die einzelnen Werte deines Betriebs. Das heisst auch: Deine alten Verbindlichkeiten, etwa ein laufender Bankkredit, bleiben grundsätzlich bei dir, solange der Käufer sie nicht ausdrücklich mitübernimmt. Nach dem Verkauf bedienst du diese Restschulden also selbst weiter und wickelst dann deine Gesellschaft geordnet ab.
Sprich früh mit deinem Steuerberater. Der Erlös aus den einzelnen Wirtschaftsgütern wird anders behandelt als der Verkauf von Anteilen, und je nach Rechtsform und Alter gelten unterschiedliche Regeln. Mehr dazu findest du unter Steuern beim Firmenverkauf. Ein guter Berater hilft dir, böse Überraschungen zu vermeiden und den Preis so zu strukturieren, dass unterm Strich mehr für dich übrig bleibt.
Für Unternehmenskäufer
Für dich als Käufer ist der Asset Deal oft der sichere Weg. Du übernimmst gezielt nur die Werte und Verträge, die du wirklich willst. Fachleute nennen das „Rosinenpicken“. Alte Risiken und Altverbindlichkeiten, von denen du vielleicht gar nichts weisst, bleiben grundsätzlich beim Verkäufer. Du kaufst keine Katze im Sack, sondern klar definierte Dinge.
Dazu kommt ein steuerlicher Vorteil. Den Kaufpreis kannst du auf die erworbenen Wirtschaftsgüter verteilen und über die Jahre abschreiben. Das senkt deine Steuerlast und macht den Kauf günstiger, als er auf den ersten Blick wirkt. Der Aufwand: Weil jeder Vertrag einzeln übertragen wird und teils Zustimmungen nötig sind, ist ein Asset Deal in der Abwicklung etwas kleinteiliger.
Beispiel
Eine kleine Bäckerei mit Café: Der Inhaber möchte in Rente, du übernimmst per Asset Deal. Gekauft werden der Backofen und die Kücheneinrichtung (rund 90.000 EUR), die Ladeneinrichtung und das Mobiliar (rund 40.000 EUR), das Warenlager (rund 10.000 EUR) sowie Rezepte, Marke und Kundenstamm (rund 80.000 EUR). Macht zusammen 220.000 EUR Kaufpreis. Der bestehende Mietvertrag fürs Ladenlokal geht mit über, der Vermieter stimmt zu. Die alten Bankschulden von 60.000 EUR aus dem letzten Ofen-Umbau bleiben beim Verkäufer, denn die übernimmst du nicht. Du startest schuldenfrei mit einem eingeführten Betrieb, einem festen Kundenstamm und einem Namen, den die Leute im Ort schon kennen.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Asset Deal und Share Deal?
Beim Asset Deal kaufst du einzelne Werte des Betriebs: Maschinen, Kundenstamm, Verträge. Beim Share Deal kaufst du die Anteile an der Gesellschaft und übernimmst die Firma als Ganzes, inklusive aller Schulden und Altlasten.
Warum ein Asset Deal statt selbst zu gründen?
Weil du dir viel Aufbauarbeit sparst. Beim Asset Deal übernimmst du einen laufenden Betrieb mit Kundenstamm, eingespielten Abläufen und Umsatz ab Tag eins. „Kaufen statt gründen“ heisst: Du startest nicht bei null, sondern steigst dort ein, wo andere jahrelang aufgebaut haben.
Übernehme ich beim Asset Deal die alten Schulden?
Grundsätzlich nein. Altverbindlichkeiten wie ein laufender Bankkredit bleiben beim Verkäufer, solange du sie nicht ausdrücklich mitübernimmst. Genau das macht den Asset Deal für Käufer oft so sicher.
Was passiert mit den Mitarbeitenden?
Übernimmst du den Betrieb, gehen die Arbeitsverträge in der Regel automatisch mit über. Das ist der Betriebsübergang nach §613a BGB. Die Belegschaft ist geschützt, und du kannst sie nicht einfach beim Kauf aussortieren.
Brauche ich für laufende Verträge eine Zustimmung?
Oft ja. Weil beim Asset Deal jeder Vertrag einzeln übertragen wird, muss die Gegenseite häufig zustimmen, etwa der Vermieter beim Mietvertrag oder wichtige Lieferanten. Das klärt man am besten früh im Kaufprozess.
Ist ein Asset Deal für kleine Betriebe üblich?
Ja, sehr. Gerade Einzelunternehmen und kleine Betriebe haben oft gar keine Anteile zum Verkaufen. Der Asset Deal ist deshalb bei Bäckereien, Cafés, Handwerk oder kleinen Läden der übliche Weg.
Hat der Asset Deal steuerliche Vorteile für mich als Käufer?
Ja. Du kannst den Kaufpreis auf die erworbenen Wirtschaftsgüter verteilen und über die Jahre abschreiben. Das senkt deine Steuerlast und ist ein wichtiger Grund, warum viele Käufer den Asset Deal bevorzugen.
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