
Eine Bürgschaft ist eine Sicherheit für einen Kredit. Ein Dritter, die Bürgin oder der Bürge, verspricht der Bank, den Kredit zurückzuzahlen, falls du als Kreditnehmer:in in Zahlungsschwierigkeiten gerätst. Für die Bank sinkt damit das Risiko. Sie leiht dir dann eher Geld. Bei der Übernahmefinanzierung ist das ein wichtiger Baustein.
Richtig wichtig wird die Bürgschaft, wenn dir eigene Sicherheiten fehlen. Viele Nachfolger:innen haben Erfahrung und einen guten Businessplan, aber wenig Eigenkapital oder Immobilien, die sie der Bank als Pfand geben könnten. Hier springen sogenannte Bürgschaftsbanken ein: in Deutschland die Bürgschaftsbanken der Länder, in Österreich und der Schweiz ähnliche Förderinstitute.
Eine solche Bürgschaftsbank verbürgt einen Teil des Bankkredits, oft bis zu 80 Prozent. Deine Hausbank finanziert dann eher, weil sie nur noch für den Restbetrag das volle Risiko trägt. So wird eine Finanzierung möglich, die sonst am fehlenden Eigenkapital gescheitert wäre. Für die Bürgschaft zahlst du eine einmalige Bearbeitungsgebühr und eine laufende Provision, meist ein kleiner Prozentsatz der verbürgten Summe pro Jahr.
Wichtig ist die Abgrenzung zur privaten, persönlichen Bürgschaft. Wenn du selbst als Privatperson für einen Kredit bürgst, etwa für den Betrieb, den du übernimmst, haftest du mit deinem gesamten privaten Vermögen. Im schlimmsten Fall reicht das bis zum Haus. Hier ist Vorsicht geboten. Lies solche Verträge genau und lass dich beraten, bevor du unterschreibst.
Oft wird eine Bürgschaft mit einem Förderkredit kombiniert. Zusammen bilden sie das Rückgrat vieler Nachfolge-Finanzierungen im Klein- und Kleinstbetrieb, vom Blumenladen bis zur kleinen Schreinerei.
Für Unternehmensverkäufer
Nutzt deine Käuferin oder dein Käufer eine Bürgschaft, steigt die Chance, dass die Finanzierung überhaupt zustande kommt. Das macht einen erfolgreichen Verkauf wahrscheinlicher.
Frag im Verkaufsprozess ruhig nach, ob und wie die Finanzierung gesichert ist. Eine solide Übernahmefinanzierung mit Bürgschaft zeigt: dein Gegenüber meint es ernst.
Für Unternehmenskäufer
Fehlt dir Eigenkapital oder banktaugliche Sicherheiten, kann eine Bürgschaftsbank dir den Weg zur Finanzierung überhaupt erst öffnen. Sprich früh mit deiner Hausbank und der zuständigen Förderstelle.
Unterscheide klar zwischen der öffentlichen Bürgschaft einer Förderbank und einer privaten Bürgschaft, bei der du mit deinem Privatvermögen haftest. Jede persönliche Bürgschaft gehört besonders sorgfältig geprüft, bevor du sie im Kaufvertrag mitträgst.
Beispiel
Eine Nachfolgerin übernimmt eine kleine Änderungsschneiderei für 120.000 Euro. Sie bringt 25.000 Euro Eigenkapital mit, doch der Bank fehlen weitere Sicherheiten. Die Bürgschaftsbank verbürgt 80 Prozent des Bankkredits von 95.000 Euro. Daraufhin sagt die Hausbank zu, und die Übernahme kommt zustande.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einer Bürgschaftsbank und einer privaten Bürgschaft?
Eine Bürgschaftsbank ist ein Förderinstitut, das einen Teil deines Bankkredits verbürgt, damit die Hausbank finanziert. Bei einer privaten Bürgschaft haftest du selbst mit deinem persönlichen Vermögen. Das ist deutlich riskanter und sollte gut überlegt sein.
Was kostet eine Bürgschaft?
In der Regel fällt eine einmalige Bearbeitungsgebühr an und eine laufende jährliche Provision, meist ein kleiner Prozentsatz der verbürgten Summe. Diese Kosten solltest du in deinen Businessplan und deine Liquiditätsplanung einrechnen.
Kann ich eine Nachfolge auch ohne grosses Eigenkapital finanzieren?
Ja, das ist oft der Sinn einer Bürgschaft. Fehlen dir Sicherheiten, kann eine Bürgschaftsbank einen Teil des Kredits verbürgen. Kombiniert mit einem Förderkredit oder einem Verkäuferdarlehen wird die Finanzierung oft trotzdem möglich.
Lohnt sich Kaufen statt Gründen mit einer Bürgschaft?
Für viele ja. Übernimmst du einen bestehenden Betrieb, kaufst du eingespielte Abläufe und feste Kundschaft mit. Eine Bürgschaft hilft dir, die Übernahmefinanzierung zu stemmen, auch wenn dein Startkapital knapp ist. Oft ein ruhigerer Weg als eine Gründung bei null.
Wie beantrage ich eine Bürgschaft?
Meist läuft das über deine Hausbank, die den Antrag an die Bürgschaftsbank weiterleitet. In manchen Fällen wendest du dich auch direkt an die Förderstelle. Entscheidend sind ein überzeugender Businessplan und eine saubere Due Diligence des Betriebs.
Was passiert, wenn ich den Kredit nicht zurückzahlen kann?
Dann springt die Bürgin ein und begleicht den verbürgten Teil gegenüber der Bank. Achtung: Die Bürgschaftsbank kann anschliessend versuchen, sich das Geld von dir zurückzuholen. Eine Bürgschaft nimmt dir also nicht die Verantwortung ab, sie senkt nur das Risiko für die Bank.
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